Frauen und Netzwerken – Part 1

Viele Frauen empfinden sich selbst als keine gute Netzwerkerinnen.
Dabei sind sie gute Netzwerkerinnen, sie netzwerken nur anders.

Die Fehleinschätzung kommt, weil Frauen ihr Netzwerk-Verhalten mit dem Netzwerk-Verhalten der Männer vergleichen.

Männer netzwerken auf der Informationsebene, Frauen aber auf der Beziehungsebene:

– Männer holen sich die für sie relevanten Informationen aus den Netzwerk-Gesprächen, Frauen dagegen bauen ihr emotionales Netzwerk auf, dass es bei der Bewältigung der Care-Arbeit unterstützen kann.
– Frauen legen viel Wert auf Sympathie, persönliche Gespräche und sind kritischer beim Kennenlernen von neuen Kontakten.
– Männer nehmen eine entspannte Haltung beim Kennenlernen ein und achten mehr auf den instrumentellen Charakter von Beziehungen.
– Männer sprechen mehr über Themen ausserhalb des persönlichen Bereichs (Sport, Business), Frauen reden gerne über die Familie, das Leben.

Muss Frau das Netzwerk-Verhalten von Männern kopieren?

Warum sollte Frau ihr Sein aufgeben und kopieren, was sie nicht ist?

Frauen sollten ihren eigenen Weg im Business finden und ihre eigene Art beim Netzwerken.

Die Zeiten sind passé, wo Frauen nur Hausfrau und Mutter waren. Mittlerweile Sie sind in allen Businessbranchen anzutreffen und viele übernehmen hochrangige Positionen.

Frauen brauchen nicht nur das Netzwerk für den emotionalen Rückhalt, um die Care-Arbeit zu bewältigen, sondern auch für die berufliche Entwicklung.

Cherry picking – aus der Informations- und Beziehungsebene das Passende für sich nehmen.

Die Beziehungsebene definiert die Informationsebene, denn sie bestimmt, wie die Kommunikationspartner die Information aufnehmen.

Die Informationsebene liefert die Information, die Beziehungsebene liefert dagegen die Information über die Information.

Frauen haben durch ihre Art der Kommunikation den Vorteil, dass sie einen guten Zugang zu ihrem Gegenüber schaffen können. Diesen Vorteil könnten sie mehr dafür nutzen, um nicht nur über Familienthemen, sondern auch über Businessthemen zu sprechen.

Weiterhin mit Menschen netzwerken, die wir sympathisch finden und auf das Gefühl vertrauen, ob wir mit ihnen arbeiten, kooperieren, erschaffen möchten und dabei den Kreis der Netzwerk-Kontakte und Themen erweitern.

Frauen brauchen nicht nur die engen Kontakte in ihrem Netzwerk, sondern auch die Bekannten, die weak ties, damit mehr Informationen, Ressourcen, Möglichkeiten in ihr Netzwerk kommen.

Zeit, das Feld zu erweitern, denn Netzwerken tut Frauen gut!

Quellen:

  • Granovetter, Mark, 1983
    The Strength of Weak Ties: A Network Theory Revisited In: Sociological Theory Volume 1
  • Wilson, Fiona M., 1995
    Organizational Behavior and Gender
  • Kauffeld, Prof. Dr. Simone
    Männer, Frauen und ihre Art zu netzwerken – Einfluss auf die Berufskarriere
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